Erster virtueller Züchtertreff des Süddeutschen Zwerghuhnzüchterclub

Wie kann man das Vereinsleben trotz Pandemie aufrecht erhalten und wie schafft man es sich mit Zuchtfreunde aus dem süddeutschen Raum auszutauschen? Dies waren die Fragen die sich einige Mitglieder des Süddeutschen Zwerghuhnzüchterclubs stellten. Schnell kam man auf einen gemeinsamen Nenner und es wurde ein virtueller Züchtertreff organisiert. Was in der Wirtschaft funktioniert, kann im Vereinsleben nicht so verkehrt sein. Als Online – Tool wurde Zoom ausgewählt. Das Tool ist schnell auf dem Smartphon, Tablet oder Rechner installiert, ist einfach zu bedienen und läuft problemlos.

Am 07.03.21 war es dann soweit und der erste virtuelle Züchtertreff konnte stattfinden. Das Meeting war super und der einheitliche Tenor war, dass man so ein Treffen in regelmäßigen Abständen wiederholen muss. Selbstverständlich, darüber sind sich auch alle Teilnehmer einig, ersetzt so ein Meeting keine Präsenzveranstaltung und auch kein persönliches Treffen. Dafür lieben alle die Treffen mit Zuchtfreunden zu sehr. Aber, in der derzeitigen Situation ist es zu mindestens eine tolle Variante um sich mal wieder mit Gleichgesinnten auszutauschen. Bis wieder ein normales Vereinsleben stattfinden kann, wird noch eine ganze Zeit vergehen. Bis dahin haben die Mitglieder des Süddeutschen Zwerghuhnzüchterclub eine sehr gute Alternative für sich entdeckt.

In diesem Sinne, bleibt gesund und ich freu mich auf ein „Wiedersehen“ beim nächsten Zoom-call.

Euer Frank Rösch

Einladung zur Jahreshauptversammlung am 07.03.2021

 

Zu unsere Jahreshauptversammlung am Sonntag den 07. März 2021 um 10 Uhr im Kleintierzüchterheim Burggasse 13 (Schafscheuer) 75365 Calw – Stammheim.

Anträge können bis spätestens 28.02.2021 beim 1. Vorsitzenden eingereicht werden.

Tagesordnung:

  1. Begrüßung des ersten Vorsitzenden

  2. Totenehrung

  3. Verlesen des Protokolls der letzten Hauptversammlung

  4. Jahresbericht des 1.Vorsitzenden

  5. Bericht des Kassierers

  6. Bericht des Kassenrevisoren

  7. Bericht Jugendleiter

  8. Bericht des Zuchtwarts

  9. Aufnahme / Austritte

10. Entlastung der Vorstandschaft

11. Neuwahlen

  1. a)  2.Vorsitzender

  2. b)  Kassierer

12. Jahresprogramm 2021/2022

13. Ehrungen

14. VZV – Tagung 26.06 – 27.06.2021

15. Anträge

16. Verschiedenes

Bitte zu beachten sind natürlich die geltenden Corona Vorschriften.

Perlen der Zwerghuhnzucht – ein Plädoyer für schwarz-weißgescheckte Zwerg-Wyandotten

Die Schecken, wie die schwarz-weißgescheckten Zwerg-Wyandotten von ihren Züchtern häufig etwas verkürzt genannt werden, gehören mit Sicherheit nicht zu den am weitesten verbreiteten Farbenschlägen in der großen Zwerg-Wyandotten-Familie. Dies mag zum einen daran liegen, dass es bei den Zwerg-Wyandotten gleich eine ganze Reihe von Farbspielarten gibt, die die Grundfarben weiß und schwarz in Kombination vereinen. Aus dieser Auswahl ist der schwarz-weißgescheckte mit Sicherheit der züchterisch anspruchsvollste Farbenschlag, allerdings besitzt dieser für mich auch die größte Attraktivität. Eine Schecken-Henne mit vorzüglicher Form und einer dezenten, blütenweißen Perlenzeichnung, die gleichmäßig fließend über den kompletten Körper läuft, ist schon ein ganz besonderer Augenschmaus – und diese Zeilen schreibt kein jahrzehntelanger Schecken-Züchter, sondern jemand, der auch heute noch wie ein kleiner Junge fasziniert von einer Kollektion dieser herrlichen Tiere steht und sich immer besonders freut, wenn er diese Kollektion auf einer Sonderschau dann auch noch selbst bewerten darf! Denn bei einer schönen Kollektion von schwarz-weißgescheckten Zwerg-Wyandotten geben oftmals farbliche Nuancen den Ausschlag, was die Arbeit für Preisrichter wie für Züchter so interessant macht.

Die Form als Grundlage

Wie alle Zwerg-Wyandotten sind auch die Schecken zunächst einmal Formentiere, denn ohne die typische Zwerg-Wyandotten-Form und eine gesunde, breite Feder kommt auch das herrlichste Farbspiel nicht richtig zur Geltung und die Bewertung auf den Schauen fällt dementsprechend niedrig aus.

Zwerg-Wyandotten sollen harmonische, fließende Körperlinien haben, um elegant zu wirken. Jegliche Eckenbildung im Körper würde diesem Ziel abträglich sein, weshalb man auch davon sprechen kann, dass eigentlich überall Rundungen vorherrschen sollten, also erwünscht sind.

Zu der so genannten „modernen Zwerg-Wyandotten-Form“ gehört ein gestreckter Körper. Dies bedeutet unweigerlich, dass bei den geforderten Rundungen an sämtlichen Stellen des Körpers der Halsbehang nicht direkt in die Steigung übergehen darf. Also muss damit eine gewisse Länge im Rücken gegeben sein. Die Musterbeschreibung macht hierzu keine klaren Vorgaben, bei Zwerg-Wyandotten-Züchtern herrscht jedoch die Meinung vor, dass zwei bis dreimal Fingerbreite als Orientierungsmaß dienen sollten. Gescheckte Hähne haben hier ab und an gewisse Probleme, wohingegen die Hennen in diesem Punkt zumeist vorbildlich sind.

Die Linie vom Halsbehang über den Rücken in die Steigung sollte möglichst sanft geschwungen sein, fließend ohne Ecken und Kanten verlaufen und die Steigung ebenso unscheinbar in den Abschluss übergehen. Die Gleichmäßigkeit der Steigung ist auch ein Ziel (Zwerg-Wyandotten-Züchter sprechen von „durchgezogen“), was bedeutet, dass eine starke Kissenbildung ebenso verworfen werden sollte wie der Extremfall des abkippenden Abschlusses, der sogenannten Cochinkruppe. Der höchste Punkt sollte recht weit am hinteren Ende des Abschlusses liegen, daher sind gänzlich runde Abschlüsse nicht unbedingt das Ideal. Die Musterbeschreibung beziffert den höchsten Punkt in etwa auf Augenhöhe, meinetwegen darf es auch ruhig etwas mehr sein, wobei Übertreibungen abzulehnen sind. Hier können noch einige Schecken etwas zulegen, denn eine straffe, durchgängige Steigung zeigen noch nicht alle Tiere, auch wenn mit einer relativ festen Feder die Voraussetzungen hierfür gelegt sind.

Um einen langen und gezogenen Abschluss zu erreichen, sind gut ausgebildete Steuerfedern essentiell. Sie tragen und stützen den Abschluss und sorgen für eine gewisse Abschlusslänge. Dass der Abschluss von hinten gesehen wie ein Hufeisen aussehen soll, ist wohl zur Genüge bekannt. Eine gute Füllung mit den nach oben zeigenden Beifedern fördert die geforderte Füllung des Abschlusses ebenso wie lange, möglichst breite Überwallungsfedern. Dass es nicht optimal ist, wenn man von hinten in den Abschluss hineinschauen kann, versteht sich wohl von selbst. Der Abschluss sollte mindestens so breit sein wie der Körper. Schmale Abschlüsse – sowie meiner Meinung nach auch die bei manchen Farbenschlägen öfter zu sehenden, übertrieben breiten Abschlüsse, die in keinem Verhältnis zur Körperbreite stehen – sind abzulehnen!

Weil bei den Zwerg-Wyandotten die Abschlussfüllung so ein großes Thema ist, ist es folgerichtig kein Wunder, dass Tiere, die breitere, längere oder schlicht und ergreifend mehr Federn als andere besitzen, natürlicherweise Vorteile bei der Bewertung haben. Dementsprechend entfallen oft die höchsten Preise auf die Tiere mit der besten Federqualität.

Unsere Schecken sind in der Abschlussfüllung größtenteils vorbildlich. Sie sind zwar nicht übertrieben breit, passen aber zur Harmonie des gesamten Körpers. Man kann erfreulicherweise feststellen, dass unsere Schecken einer der wenigen Farbenschläge sind, die mit Übergrößen keine Probleme haben. Zwar täte manchmal ein etwas größeres Körpervolumen den Tieren gut (v.a. bei den 1,0 in der Brustpartie), allerdings ist die mittlere Größe ein hohes Gut, dass wir nicht verlieren sollten.

Eine Zwerg-Wyandotte aber auf Oberlinie und Abschluss zu reduzieren wäre jedoch sicherlich verkehrt. Neben dem mittelhohen, freien Stand auf sattgelben Läufen ist auch auf eine ausgerundete Unterlinie mit genügender Brusttiefe vor allem bei den Hähnen zu achten. Brusttiefe und Steigung sollen aber „natürlich“ sein und nicht nur durch eineübertriebene, nach vorne gerichtete Körperneigung zustande kommen. Auch Zwerg- Wyandotten müssen eine größtenteils waagerechte Körperhaltung haben, wobei starke Abweichungen hart und geringere Abweichungen eher milde beurteilt werden sollten.

Die Kopfpunkte fügen sich harmonisch in das Große und Ganze ein. Im Idealfall sind sie weder zu grob noch muss man nach ihnen suchen. Der Rosenkamm soll sich von vorne nach hinten gleichmäßig verjüngen und der anschließende Kammdorn der Nackenlinie folgen. Glatte und runde Kehllappen sind ebenso von Vorteil wie eine möglichst intensiv rote Augenfarbe. Unsere Schecken haben allgemein relativ gute Kopfpunkte, wobei es immer wieder einzelne Ausreißer nach unten gibt, was grobe Kämme und Kammdorne sowie unschöne Kehllappen angeht. Äußerst wichtig ist es noch zu erwähnen, dass die Musterbeschreibung bei allen Zwerg-Wyandotten einen gelben Schnabel fordert. Dass diese Forderung nach einer rein gelben Schnabelfarbe bei Farbenschlägen mit viel Schwarzpigment wie bei den Gescheckten schon aus genetischen Gründen nie erreicht werden kann, sollte einleuchtend sein. Darum ist die Schnabelfarbe bei schwarz- weißgescheckten Zwerg-Wyandotten das allerletzte Kriterium, an das man bei der Bewertung denken sollte!

Farbliche Feinheiten – Rundumzeichnung als oberstes Ziel

Unsere Gescheckten haben mittlerweile einen erfreulich hohen Zuchtstand erreicht, der sich vor allem bei den Hennen aufs Beste dokumentieren lässt. Hier kann formlich und auch farblich mittlerweile einiges verlangt werden. Bei schwarz-weißgescheckt haben wir streng genommen einen dreifarbigen Farbenschlag, bei dem – im Gegensatz zu den Braun- porzellanfarbigen – die Grundfarbe der Tupfenfarbe entspricht, während die Perlen am Federende entpigmentiert und damit weiß sind. Dies allein bedingt schon, dass die Zeichnung zart und nicht blockig oder grob wirken soll. Daher spricht die Musterbeschreibung auch bei Jungtieren vom Vorherrschen der schwarzen Grundfarbe, wohingegen mit fortschreitendem Alter die Zeichnung stärker wird und damit die Tiere heller werden.

Um eine möglichst klare und gleichmäßige Mantelscheckung zu erreichen, soll die Zeichnungsabgrenzung zur rein weißen Perle möglichst scharf abgesetzt sein. Dies heißt möglichst kein Hineinlaufen der schwarzen Grundfarbe in die Perle oder eine im Extremfall mehr graue als weiße Zeichnung. Nach diesem Kriterium kann auf den Schauen zwischen sehr guten und hervorragenden bis vorzüglichen Tieren wunderbar sortiert werden.

Dass der Hahn deutlich weniger Zeichnung zeigt als die Henne, ist durch die Federformen naturgegeben. Wichtig beim Hahn ist, dass er in Brust und Hals überhaupt weiße Zeichnung hat und dass die Bindenzeichnung fein und rein weiß ist und voll zur Geltung kommt. Wesentlich überzeichnete Hähne oder solche, die fast zeichnungslos schwarz daher kommen, sollten abgelehnt werden.

Schwarz-weißgescheckte Zwerg-Wyandotten sollen eine tiefschwarze Grundfarbe haben, auf der möglichst viel Grünlack schimmert, denn nur auf einer erstklassigen Grundfarbe hebt sich die weiße Zeichnung so schön ab, wie wir dies bei Spitzentieren sehen können. Violette Streifen oder Blaulack sind verpönt. Um Grünlack zu erreichen und auch bei den Hennen die störenden schwarzen Beinschuppen zurückzudrängen, ist es eminent wichtig, dass der Zuchthahn im Untergefieder hell und nicht rein schwarz ist. Jede Schwingenfeder endet bei beiden Geschlechtern im Idealfall mit weißem Farbstoff, sodass die Treppenzeichnung zur Geltung kommt.

Die Scheckenzeichnung bei der Henne soll eine so genannte Rundumzeichnung sein. Dieser Begriff wurde von dem jahrzehntelangen Scheckenzüchter und Zuchtwart Otto Repp geprägt und hat heute mehr denn je seine Berechtigung. Um die geforderte Rundumzeichnung bei der Henne züchterisch zu erreichen, braucht der Hahn weißen Farbstoff. Auch ein etwas überzeichneter Hahn kann für die Zucht von sehr großem Nutzen sein. Weißer Farbstoff kann sowohl im Unterflügel als auch in den Schwingen enthalten sein. Wenn bis zu drei Handschwingen auf jeder Seite beim 1,0 rein weiß sind, wird dies auf Schauen voll toleriert, wobei bei gleicher Qualität Hähne mit weniger weiß bei der Bewertung vorzuziehen sind. Bei den Hennen sind rein weiße Schwingen nicht erwünscht und führen zum g, ebenso beim Hahn im Armschwung oder wenn das Weißpigment schilfartig in Erscheinung tritt.

Ein weit verbreitetes Übel stellen bei den Hennen die schwarzen, zeichnungslosen Köpfe und Hälse dar. Für die geforderte Rundumzeichnung ist auch in diesem Bereich eine gewisse Zeichnung unabdingbar, wobei man es hier mit der Zeichnungsgröße nicht übertreiben sollte, da man sonst unweigerlich eine zu grobe Scheckung im Mantel erhält – es soll einfach von außen sichtbare weiße Zeichnung vorhanden sein. Auch bei den Hennen ist die möglichst gleichmäßige Zeichnungsverteilung über den gesamten Körper und die möglichst exakte Abgrenzung der blütenweißen Mantelscheckung oberstes Gebot bei der Beurteilung der Farbmerkmale.

Manche gescheckten Tiere haben eine weiße bis weißliche, voll befiederte Kehle, die damit fast wie ein kleiner Bart erscheint. Dies ist in der Regel weder zur Zucht noch im Ausstellungskäfig ein Problem.

Bei der Bewertung einer schwarz-weißgescheckten Henne sollte man sich zunächst von außen ein Bild machen. Läuft die Zeichnung gleichmäßig über den gesamten Körper? Ist die Zeichnungsabgrenzung sauber und die Perle rein weiß? Ist genügend Halszeichnung vorhanden? Werden alle diese Fragen mit ja beantwortet, hat das Tier bei sehr guter Form schon beste Chancen auf eine hohe Bewertung. Diesen Eindruck sollte man dann durch die Handbewertung überprüfen, denn oftmals wirkt die Zeichnung in der Hand etwas anders als von außen. Leichte Abweichungen sollten grundsätzlich unter Wünsche formuliert werden und nur wirklich bei extremen Ausfällen ist vor dem Hintergrund der anspruchsvollen Zucht ein Eintrag in die Mangelspalte gerechtfertigt.

Neue Mitstreiter gesucht – ein Fazit

Unsere schwarz-weißgescheckten Zwerg-Wyandotten haben in den vergangenen Jahren qualitativ extrem zugelegt. Die vor Jahren noch sehr schwachen Hähne haben deutlich aufgeholt, auch wenn heute immer noch die Hennen einen höheren Zuchtstand aufweisen und wesentlich einheitlicher in den Rassemerkmalen sind. Was auf Sonderschauen des SV der Züchter seltener Zwerg-Wyandotten an schwarz-weißgescheckten Tieren steht, ist heute wirklich eine Augenweide und der kleine, aber beständige und sehr engagierte Züchterkreis um den Zuchtwart Jens Züger hat hier ganze Arbeit geleistet, was allerhöchste Anerkennung verdient. Die Schecken sind zwar nicht unbedingt so leicht zu züchten wie schwarze oder weiße Zwerg-Wyandotten, hat man aber einmal eine gute Linie zusammen, braucht man auch keine Massen an Küken, damit etwas Brauchbares für die Schauen dabei ist. Schwarz- weißgescheckte Zwerg-Wyandotten legen sehr gut, die Befruchtung der Eier und der Schlupf der Küken bereiten neben der problemlosen Aufzucht der vitalen und anspruchslosen Jungtiere kaum Probleme. Um den kleinen Züchterkreis stetig zu vergrößern und dadurch die Zucht unserer Schecken auf noch breitere Beine stellen zu können, würden wir uns über neue Mitstreiter sehr freuen.

 

Die Züchter des Sondervereins (Zuchtwart Jens Züger 06667 Uichteritz
Tel: 03443/203629) sind Interessenten bei der Beschaffung von Tieren behilflich und stehen bei Fragen rund um einen der schönsten Farbenschläge der Zwerg-Wyandotten gerne zur Verfügung.

René Roux

Schöne Weihnachten

In diesem Jahr ist alles anders. Die Corona-Pandemie hat die Schausaison 2020 für die meisten Züchter nicht stattgefunden. Wir wurden dazu gezwungen, auf Abstand zu achten, die Hygienevorschriften einzuhalten. Versammlungen, Treffen mit Freunden durften nicht stattfinden, Feiern wurden beschränkt und Familienfeiern mussten abgesagt werden. Trauerfeiern waren im wahrsten Sinne des Wortes traurig. Auch hier mussten wir extreme Einschränkungen hinnehmen und durften unsere lieben nicht auf den letzten Weg begleiten.

Uns bleibt nur die Hoffnung, dass endlich Medikamente / Impfstoff zur Verfügung stehen und wir schnellstens wieder unbesorgt Leben können.

Hoffentlich ziehen wir aus der Situation die richtigen Schlüsse und lernen wieder, das Freundschaft, Kameradschaft, geselliges Beisammensein ein sehr hohes gut ist, das es zu pflegen lohnt.

In diesem Sinn freue ich nicht jetzt schon tierisch, euch alle Wohlbehalten an den Versammlungen, Tierbesprechungen, Ausstellungen und Festabenden zu treffen und mit euch schöne Stunden zu verbringen.

euer Webmaster Rainer Salzer

Der Süddeutsche Zwerghuhnzüchterclub wünscht allen eine

gesegnete Weihnachten und ein

erfolgreiches Zuchtjahr 2021 

und das wichtigste, viel Gesundheit

und Freude an und mit euren Tieren.

 

Zwerg Seidenhühner

Ein robustes und zutrauliches Zwerghuhn

In den Niederlanden erfolgte in den 60er Jahre die Verzwergung der seit fast 700 Jahren in der Literatur nachweisbaren Seidenhühner. Marco Polo soll sie einst von einer seinen Reisen durch Asien nach Europa mitgebracht haben. Die ausgesprochene Anerkennung durch den Zucht- und Anerkennungsausschuss erfolgte nach der 69. Nationalen in Dortmund im Jahre 1988. Seither trat die doch noch junge Rasse einen unerwarteten Siegeszug an. Zwerg Seidenhühner in den unterschiedlichsten Farbenschlägen und in den Varianten mit und ohne Bart findet man auf fast allen Großschauen. Man sollte sich dadurch aber nicht täuschen lassen, denn auf Grund der vielen standardbedingten Angriffspunkte, gehören Seidenhühner nicht gerade zu den Rassen welche einfach zu züchten sind. Durch mehrmaliges selektieren der Jungtierschar lichtet sich das Feld doch recht schnell und der Traum vom bestücken vieler Schauen erledigt sich oftmals von ganz alleine.

Rassestandard

Der Rassestandard beschreibt die Zwerg Seidenhühner im Gesamteindruck als kleine, gedrungene Tiere mit einer abgerundeten Würfelform mit ansteigender Rückenlinie und knapp mittelhoher Stellung. Sie haben ein voll entwickeltes, weiches Seidengefieder mit einer schwärzlich blauen Haut. Die kurzen, breiten Flügel werden waagrecht getragen. Der innere Teil der Hand und Armschwingen sollte in den Federfahnen zu zwei Drittel geschlossen und zum Ende hin zu einem Drittel zerschlissen sein.


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Hand und Armschwingen optimal zerrschlissen

Der Schwanz des Hahnes soll voll und mit flaumreichen Federn gefüllt sein. Er wird angehoben getragen. Die Steuerfedern und Hauptsicheln sind zum Grund hin geschlossene Federfahnen und am Ende möglichst stark zerschlissen. Die Henne zeigt geschlechterbedingt eine weichere Federstruktur und wirkt somit gedrungener. Zwerg Seidenhühner haben eine sehr volle, breite Brust die tief getragen wird und der Bauch ist reichlich befiedert. Der Kopf ist klein und gerundet. Die Kehllappen sollen rund und fein im Gewebe sein, bei den Bärtigen sind die Kehllappen kaum entwickelt und werden vom ungeteilten Kehl und Backenbart verdeckt. Der Kamm des Hahnes soll in Form und Struktur einer halben Walnuss gleichen und muss von einer Querfalte durchzogen sein. Auch hier ist die Farbe wieder ein schwärzliches Blau.
Bei der Henne ist der Kamm wesentlich kleiner und besser geformt als beim Hahn. Im ersten Drittel des Kammes muss sich eine angedeutete Querfalte befinden. „Angedeutet“ ist bei einer Bewertung von enormer Wichtigkeit, denn nicht selten findet man auf Bewertungskarten die Worte „Querfalte ausgeprägter“ und dies ist bei Hennen laut Rassestandard nicht korrekt.

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1.0 mit sehr guter Querfalte

Die Ohrenscheiben der Zwerg Seidenhühner sind klein und leuchten türkisblau. Der Schopf des
Hahnes hat nach hinten liegende Seidenfedern. Bei den Hennen ist der haubenartige Schopf stabil im Aufbau und es muss eine gute Sichtfreiheit gegeben sein.

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0.1 tollen Ohrenscheiben und guter Sichtfreiheit

Die schwärzlich blauen Läufe sind an der Außenseite kurz befiedert. Die kurze Befiederung schließt die rechte Außenzehe mit ein. Seidenhühner sind fünfzehig. Hier muss eine klare Trennung zwischen der Hinterzehe und der fünften Zehe sein. Zwischen Zehe vier und fünf sollte sich möglichst wenig Zwischenhaut befinden. Die fünfte Zehe muss länger als die Hinterzehe und einschließlich des Zehennagels leicht nach oben gebogen sein.

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Sehr gute Zehentrennung und Beinbefiederung

Gewichte: Hahn: 600 g      Henne: 500 g.   Bruteier-Mindestgewicht: 28 g

Ringgrößen: Hahn: 12        Henne: 12

Farbenschläge

Die derzeit anerkannten Farbenschläge mit und ohne Bart sind weiß, schwarz, blau, wildfarbig, silberwildfarbig, perlgrau, gelb und splash. Eine genaue Erläuterung der Farbenschläge findet man auf der Homepage des Sondervereins der Züchter der Seidenhühner und Zwerg-Haubenhühner.

Ausstellungsvorbereitung

Die Vorbereitung zu einer Schau ist bei Seidenhühnern doch etwas aufwendiger als bei vielen anderen Rassen. In der Regel sollte man je nach Farbenschlag mit ca. zwei Stunden je Tier rechnen. Nur mit Läufe waschen, Ringe putzen und Kämme einölen ist es hier nicht getan.
Seidenhühner sollten alle gewaschen und geföhnt werden. Dadurch kommt erst die volle Seidenfiedrigkeit und die ideale Würfelform zur Geltung. Ebenfalls muss für eine gute Sichtfreiheit gesorgt werden. Hierfür darf dann auch gerne einmal die Schere verwendet werden. Das entfernen von Federstoppeln an den Zehen sowie das Reinigen der Querfalte bei den Hähnen gehört ebenfalls zu einer guten Schauvorbereitung genauso wie die Pflege des Kammes und der Läufe.

Haltung

Zwerg Seidenhühner haben einen verhältnismäßig geringen Platzbedarf und eignen sich somit auch sehr gut zur Haltung in größeren Volieren. Eine kaum zu erwartende Robustheit und Wetterhärte zeichnen die kleinen Tiere aus. Auf Grund ihrer Frohwüchsigkeit reicht es aus, Bruttermine erst in den April zu legen um im Herbst ausgewachsene Tiere zu haben. Jedoch liegt in der Frohwüchsigkeit auch ein Problem bei dieser Rasse. So ruhig und zutraulich Zwerg Seidenhühner gegenüber Menschen sind, so dominant und frech sind sie gegenüber ihren Artgenossen. Man sollte hier für den einen oder anderen Hahn eine separate Box parat haben. Was man auch vor der Anschaffung von Zwerg Seidenhühnern berücksichtigen sollte, ist die sehr hohe Brutlust der Hennen welche sich auf das gesamte Jahr verteilt.

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Glucke mit Küken (alle Fotos: Chris Rösch)

Bei der Stalleinrichtung ist zu beachten, dass Seidenhühner nicht fliegen können und somit sind Sitzstangen und Kotbretter im Stall überflüssig.

Alles in allem hat man es bei den Zwerg Seidenhühnern mit einer aparten Rasse zutun, welche den Züchter doch des Öfteren vor die eine oder andere Herausforderung stellen.

Frank Rösch